Wenn das Risiko das Ziel ist…

Was für den einen makaber klingt, ist für den anderen der ultimative Nervenkitzel. Reisen in Risiko-Gebiete aller Art haben für manche Reisende einen ganz eigenen Reiz. Kriegs- und Krisengebiete, Schauplätze von Natur- und anderen Katastrophen oder Destinations, an denen es tierische oder andere Gefahren gibt, möglich ist viel und es gibt bereits Reiseunternehmer, die das Ganze organisieren und sogar versichern, dass bei diesen Reisen noch niemand ums Leben gekommen sei. Bislang jedenfalls nicht. Was ist im Angebot? Afghanistan zum Beispiel. Riskant? Bestimmt. Kriegsvoyeurismus? Eher nicht. Die Reisenden sehen sich auch als Helfer. Während sie mit ihren Einkäufen zumindest ein wenig Geld ins Land bringen, unterstützt die Agentur selbst mit einem Teil der Einnahmen soziale Projekte im Land.

Reisen nach Tschernobyl werden inzwischen auch angeboten. Sogar die gefährliche Sperrzone darf besucht werden. Es gibt auf Wunsch Führungen durch Einheimische, die aus ihren Erinnerungen über das schreckliche Geschehen der Katastrophe berichten. Wer eine solche Reise unternimmt, tut das selten aus Sensationsgier sondern aus ehrlichem Interesse. Junge Leute, für die das Geschehen so weit entfernt ist wie die Steinzeit, sehen hier eine Möglichkeit, sich aus erster Hand zu informieren. Selbst wer die Sperrzone nicht aufsuchen möchte, der Autofriedhof der Fahrzeuge, die wegen der Strahlung nicht mehr gefahren werden können, die unbewohnbare Stadt Prypjat, verlassene Dörfer und ein Aussichtspunkt für Reaktor 4 geben noch heute Zeugnis von der Katastrophe

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